Dienstleistungen2019-04-25T11:41:59+02:00

Expertise

Das SAPA-Team unterstützt Sie gerne bei all Ihren Recherchen und Projekten.

Das SAPA-Team berät Sie bei der Nutzung der verschiedenen Datenbanken und informiert zu zahlreichen Themen. Kontaktieren Sie uns!

Das SAPA-Team verfügt über spezifische Fachkompetenzen in verschiedenen Bereichen: Informationswissenschaften, akademische Forschung, Kulturvermittlung  usw. Das Team nimmt an wissenschaftlichen Kolloquien teil und wirkt in Arbeitsgruppen zur Erstellung von Trends und Standards mit.

Mit ihrem umfassenden Knowhow unterstützt SAPA Institutionen und Privatpersonen auf unterschiedliche Weise:

  • Sie schreiben eine Diplomarbeit oder einen wissenschaftlichen oder journalistischen Artikel? Kommen Sie mit Ihren Recherchen zu uns. Wir helfen Ihnen, die für Sie interessanten Dokumente aus unseren Sammlungen zusammenzustellen.
  • Sie brauchen Hilfe bei der Erhaltung, Restaurierung, Digitalisierung oder langfristigen Archivierung Kulturerbes ? Genau das ist das Kernstück unserer Arbeit. Wir helfen Ihnen gerne mit unserem Fachwissen aus der Branche, die besten Lösungen zu finden.
  • Sie möchten Ihr Publikum für Fragen der Archivierung, für die zu beachtenden Standards oder allgemein die Erschliessung von Kulturerbe sensibilisieren? Gerne kommen wir mit für Sie massgeschneiderten Präsentationen und Workshops auch zu Ihnen.

Die Videokonservierung ist ein komplexer Prozess, der besondere technische Voraussetzungen erfordert.

Aufgrund der grossen Bedeutung der Videotechnologien für die Bewahrung des Kulturguts der Darstellenden Künste bietet das SAPA-Team spezialisierte Beratungen in den folgenden Bereichen:

  • Videoformate, Codec, Technologien, langfristige digitale Archivierung, internationale Normen und Empfehlungen;
  • Digitalisierung und Archivierung verschiedener analoger und digitaler Videoformate;
  • Erhaltung externer Sammlungen;
  • Reinigung und Restaurierung analoger Videos in Zusammenarbeit mit dem Atelier für Videokonservierung in Bern.

Andere Institutionen wie Bildungsanstalten, Museen usw. können Dokumente und Objekte aus den SAPA-Sammlungen für Ausstellungen oder Veranstaltungen ausleihen.

Zudem können Privatpersonen, insbesondere Lehrpersonen, Werke aus der SAPA-Mediathek sowie – abgesehen von einigen Ausnahmen – Videos ausleihen.

Vermittlung

SAPA möchte eine breite Öffentlichkeit am faszinierenden Kulturerbe der Darstellenden Künste teilhaben lassen und bietet verschiedene Formate der Kulturvermittlung an:

Auf Anfrage bietet die Zürcher Geschäftsstelle der Stiftung SAPA Schulklassen eine Palette von Workshops rund um den Tanz an:

Tanz-PERSPEKTIVEN

Diese Workshop-Reihe wurde von Susan Hengartner ins Leben gerufen und wird auch von ihr durchgeführt. Interessierte Einrichtungen bzw. Lehrpersonen melden sich bitte beim SAPA-Team Zürich oder direkt bei Susan Hengartner (susan_hengartner[at]hotmail.com).

Die Künstlerin und Vermittlerin, Héloïse Pocry, Teil des SAPA-Teams Lausanne, hat einen massgeschneiderten Workshop für SAPA entworfen, der Tanz und kreatives Schreiben miteinander verbindet:

Corps & Graphie

Schreiben ist die Bewegung des Geistes, Bewegung ist die Schrift des Körpers: dies ist der enge Bezug zwischen zwei persönlichen Ausdrucksformen, mit denen wir im Rahmen einer Reihe von kurzen und anregenden schriftlichen Übungen experimentieren werden. Leichtigkeit und Freiheit sind das Leitmotiv dieses Workshops. Eine Einladung, sich Flügel wachsen zu lassen!

Weitere Informationen auf der Website von Héloïse Pocry: Lémancolie.

Der Workshop kann in den Räumlichkeiten von SAPA oder einer anderen Institution durchgeführt werden.

Interessierte Institutionen und Privatpersonen  werden gebeten, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Der Film Voix de danse – Voies dansées kann im Rahmen in einer kommentierten Vorführung gezeigt werden. Interessierte Institutionen wenden sich bitte an das SAPA-Team.

In den drei SAPA-Geschäftsstellen werden Führungen durch die jeweiligen Räumlichkeiten und Ausstellungen angeboten. Das genaue Programm wird gemeinsam mit dem Auftraggeber definiert und wird bezüglich Dauer, Thematik, Format usw. an das jeweilige Zielpublikum angepasst.

Interessierte Institutionen und Privatpersonen wenden sich an das SAPA-Team, um gemeinsam das passende Programm zusammenzustellen.

Die Ausstellung Sigurd Leeder – Spuren des Tanzes bekommt eine kleine Schwester, die sich an das junge Publikum richtet. Sie heisst Lüften wir die Masken! und kann dank ihrer mobilen, leicht transportierbaren Version an beliebigen Orten gezeigt werden. Zudem existiert eine virtuelle, frei zugängliche Version. Ein „Workshop und eine maskierte Führung“ ergänzen dieses an Kinder adressierte Vermittlungsangebot, das ebenso in jeder interessierten Institution durchgeführt werden kann.

Lüften wir die Masken!

Eine Mini-Ausstellung zum Tanz und den Masken

Der Tanz ist vorbei, was bleibt im Gedächtnis? Die Stiftung SAPA sammelt die Spuren, die der Tanz hinterlässt; Objekte, Videoaufzeichnungen, Fotografien, Berichte und weitere Dokumente. Die Mini-Ausstellung zeigt einige besonders originelle Fundstücke, die sich – ob lustig, erschreckend oder feenhaft – unter dem Thema Masken vereinen. Und so lebt der Tanz vor deinen Augen wieder auf!

Workshop und Führung mit Masken

Eine Maske auf dem Gesicht und schon bist du mitten im Bühnengeschehen! Bastle deine eigene Maske und trage sie während der speziellen Führung durch die Mini-Ausstellung «Bas les masques !». Entdecke aussergewöhnliche Schätze und mysteriöse Schriften … und spiele deine eigene Rolle in der Geschichte!

Ausstellungen

Ausstellungen werden in den SAPA-Räumlichkeiten in Lausanne und Bern präsentiert:

Sigurd Leeder – Spuren des Tanzes

04.05.2018 – 31.12.2019

Die Stiftung SAPA, Schweizer Archiv der Darstellenden Künste in Lausanne eröffnet seine neue semi-permanente Ausstellung.

Tanz ist eine flüchtige Kunstform. Doch sie hinterlässt Spuren der Erfahrung, die weiterwirken. Vom international tätigen Tänzer, Pädagogen und Choreografen Sigurd Leeder (1902 -1981) ist eine Vielfalt solcher Spuren fassbar, vom Ausdruckstanz der 1920er Jahre bis zu zeitgenössischen Choreografien, die an ihn erinnern. Im Archiv von SAPA Lausanne wird sein Nachlass aufbewahrt, welcher dem Archiv weltweite Beachtung verschaffte. Zum ersten Mal werden die Bestände in einer Ausstellung gezeigt. In den Räumlichkeiten in Lausanne ist die Ausstellung zu sehen, die 2017 vom und für das Museum für Gestaltung in Zürich in Zusammenarbeit mit SAPA eingerichtet wurde.

In Lausanne richtet sich der Fokus der Ausstellung auf zwei Bereiche:

  • Pädagogik: die Jooss-Leeder-Methode im Kontext der Tanzgeschichte.
  • «Danse macabre»: Dokumentation der Entstehung eines Tanzwerks im Unterricht unter Berücksichtigung seiner Bewahrung und seines Nachwirkens.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 9h-12h und 14h-17h sowie auf Anfrage
Führungen: auf Anfrage

Die Berner Geschäftsstelle zeigt eine Dauerausstellung zum Thema „Theater in Gegenwart und Geschichte“. In der Ausstellung stehen neben Objekten aus verschiedenen Epochen der Theatergeschichte Texte für eine vertiefte Auseinandersetzung mit relevanten Themen zur Verfügung.

Informationen auf verschiedener Ebene bieten den Besuchern die Möglichkeit, entweder bei einem kurzen Besuch die Ausstellungsgegenstände zu betrachten, oder aber sich dank der erklärenden Texte ein vertieftes Verständnis dieser Thematik anzueignen.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitag, Samstag, Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr.

Auf Anfrage empfängt Sie das SAPA-Team das ganze Jahr über zu Führungen.

Forschung

SAPA betreibt auf unterschiedliche Weise an wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, sei es in Form einer Zusammenarbeit mit Universitäten oder Fachhochschulen oder durch die Entwicklung eigener Projekte.

Aktuelle Projekte:

Geschichte(n) zum Tanz in der Schweiz

Gespräche mit Ursula Pellaton

SAPA setzt sich nebst der Sammlung und Archivierung von Vorhandenem für die Quellenbildung im Bereich der Darstellenden Künste ein. Mündliche Überlieferungen von zentralen Exponentinnen und Exponenten der flüchtigen Tanzkunst wurden bereits im Film Tanzspuren festgehalten:

In diesem neuen Projekt kommt die Journalistin Ursula Pellaton zu Wort. Sie verfolgt Tendenzen und Bewegungen, Orte und Themen des schweizerischen Tanzschaffens und berichtet darüber in Kritiken, Aufführungsbesprechungen, Porträts, Vorschauen und Fachartikeln. Ihr Wissen blickt auf ein halbes Jahrhundert Tanzgeschichte zurück und geht über ihre Publikationen weit hinaus

Im Gespräch mit Ursula Pellaton und mit Ansätzen der Oral-History-Methode werden ihre Erinnerungen und Schilderungen gesichert und so für die Schweizer Tanzgeschichte wichtige Dokumentationsquellen geschaffen. Die audiovisuell aufgezeichneten Interviews werden auch als Rohmaterial einsehbar sein. Die Interviews werden zudem transkribiert und in Form einer Publikation in der SAPA-Reihe veröffentlicht.

Dieses Projekt ist Teil des:

Das Nationale Tanzinventar ist ein Verzeichnis aller Einrichtungen und Institutionen, die Archive zur Geschichte des Tanzes in der Schweiz führen.

Als Referenzinstitution hat es sich die Stiftung SAPA zum Ziel gemacht, einen Überblick sowie Detailinformationen über die in der Schweiz aufbewahrten Bestände und Sammlungen an choreographischen Werken zu vermitteln.

Dieser Gesamtüberblick bildet eine grundlegende Vorraussetzung für die effiziente und nachhaltige Bewahrung und Erschliessung dieses kulturellen Erbes, für welches SAPA sich einsetzt.

Das im Jahr 2017 angestossene  schweizweite Projekt hat folgende Ziele:

  • Bestandsaufnahme der choreografischen Werke mit Angabe ihres Aufbewahrungsortes in der Schweiz;
  • Evaluierung des Erhaltungszustandes der Archivalien;
  • Ausarbeitung einer Interventionsstrategie zur Bewahrung des Erbes;
  • Einbezug zusätzlicher Quellen für die von SAPA bewahrten Bestände und Sammlungen;
  • Information und Orientierungshilfe für die Öffentlichkeit.

Eine Umfrage bei öffentlichen und privaten Einrichtungen ist im Gang. Die Forschungsergebnisse werden in einem Repertorium zusammengetragen, das über zwei Suchmodi verfügt: zum einen eine geografische Suche (je Kanton und Aufbewahrungsort) und eine thematische Suche (nach Fonds und Sammlung).

Dieses Verzeichnis wird hauptsächlich digital mittels einer interaktiven Karte der Schweiz dargestellt, wo der Nutzer die verschiedenen Fonds und Sammlungen je Kanton und Stadt ausmachen kann. Das Verzeichnis kann auch ausgedruckt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz Memoriav organisiert SAPA gegenwärtig mehrere Projekte zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes (Film, Video, Foto, Ton):

Zeitgenössischer Tanz ab 2015

Auswahl von Aufzeichnungen bedeutender Kompanien, die das Schweizer Tanzschaffen der letzten 30 Jahre massgeblich geprägt und sich international einen Namen gemacht haben: Kompanie Greffe (Cindy van Acker, Genf), Alexandra Bachzetsis (Basel/Zürich), Cie. Zoo (Thomas Hauert, Brüssel), Kompanie Anna Huber (Zürich), Heidi Köpfer (Basel), Kompanie Zimmermann & de Perrot (Zürich).

Kennzeichnend für diese Generation ist eine bewusste Auseinandersetzung mit der Dokumentation ihres Werkes und eine intensive Beschäftigung mit den Medien Film und Video. Unter den ausgewählten Aufzeichnungen befinden sich nicht nur klassische Werkaufzeichnungen, sondern auch für die Kamera entwickelte Choreografien und Probeaufzeichnungen. Den Aufzeichnungen kommt innerhalb der Gesamtwerke grosse Bedeutung zu.

Ziel des Projekts ist die Archivierung von 128 Videoaufzeichnungen von namhaften Schweizer Choreografinnen und Choreografen. In der Auswahl vertreten sind bedeutende Kompanien, die das Schweizer Tanzschaffen der letzten 30 Jahre massgeblich geprägt und sich international einen Namen gemacht haben.

Erhaltung der Videobänder der Sammlung Cabaretarchiv ab 2014

Ziel des Projekts ist die Digitalisierung, digitale Langzeitarchivierung und Erschliessung von rund 150 Videobändern zur Schweizer Cabaret der letzten 30 Jahre.

Rettung von Videoaufzeichnungen von Sigurd Leeder ab 2013

Sigurd Leeder (1902–1981) gehörte zu den einflussreichsten Tänzern und Choreografen des vergangenen Jahrhunderts und zu den Mitbegründern des Ausdruckstanzes. Leeder hinterlässt ein umfangreiches, historisch relevantes Werk in Form von Video- und Filmaufzeichnungen und schriftlichen Dokumenten wie beispielsweise seine Tanznotationen oder Korrespondenz mit anderen Persönlichkeiten der Tanzgeschichte.

Für eine erste Auswahl von 100 Videobändern wurden bereits mehrheitlich die Rechte geklärt; sie werden einer weiteren Sichtung und Bewertung unterzogen, welche eine engere Auswahl von 40 bis 50 Bändern ergibt, die für die Archivierung aufbereitet und digitalisiert, erschlossen und öffentlich zugänglich gemacht wird.

Alle im Rahmen dieser Projekte erhaltenen und erschlossenen Dokumente sind dank Memobase, der Online-Datenbank von Memoriav, frei zugänglich:

Identitätsdiskurs, Theaterpolitik und Laien­spielreform

Forschungsprojekt SAPA + Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern (ITW)
Leitung: PD Dr. Heidy Greco-Kaufmann
Nebengesuchstellerin: Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer
Mitarbeitende: Dr. Tobias Hoffmann, MA Simone Gfeller
Beginn: 1. November 2018, Laufzeit: 3 Jahre, unterstützt durch den SNF

Oskar Eberle, Theaterwissenschaftler, Dramatiker, Regisseur und Promotor einer Professionalisierung des einheimischen Theaterwesens, prägte den Theaterdiskurs in der Schweiz im 20. Jahrhundert in entscheidender Weise. Er grün­dete die «Gesellschaft für Innerschweizer Theaterkultur» (heute „Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur“) und amtete als deren Geschäftsführer, Herausgeber und Publizist. Im Rückgriff auf die Vergangenheit und in Abgrenzung vom «fremden» Theater versuchte er, eine nationale Theateridentität zu konstruieren und das Schweizer Theaterschaffen anhand theoretischer Schriften und theaterpraktischer Arbeiten zu reformieren. Zu Lebzeiten als Erneuerer des Amateurtheaters gefeiert und mit der Inszenierung von nationalen Festspielen (1939, 1941) betraut, geriet er im Zug der Aufarbeitung der eid­genössischen Politik der «geistigen Landesverteidigung» in den Verdacht der ideologischen Nähe zu völkischen und national­sozialistischen Denkmustern. Da der umfangreiche, im Schweizer Archiv der Darstellenden Künste liegende Eberle-Nachlass bislang nicht aufgearbeitet wurde, fehlt es an Grundlagenforschung zu den konkreten Lebens- und Arbeitsbedingungen des wichtigsten Schweizer Exponenten des Theaterwesens der Zwischenkriegs- und Kriegszeit.

Mit dem Projekt «Oskar Eberle (1902–1956): Identitätsdiskurs, Theaterpolitik und Laien­spielreform» soll – ausgehend von einer Zusammenstellung und Auswertung der biografischen und zeitgeschichtlichen Quellen –  diese eklatante Forschungslücke der Theatergeschichte der Schweiz geschlossen werden. Im interdisziplinären Austausch mit Fachexperten („Projektpartner“) analysiert das dreiköpfige Projektteam die Quellen unter Berücksichtigung von zeitgeschichtlich relevanten Fragestellungen. Ziel ist die Erarbeitung einer Gesamtdarstellung, die Eberles Wirken als Theaterhistoriker, Theaterpraktiker und Promotor von nationalen Festspielen nachzeichnet und im Kontext der Zeit­umstände interpretiert.

Das Projekt ist in vier Phasen gegliedert. Phase I gilt der Beschäftigung mit den erst kürz­lich erschlossenen Nachlässen von Eberle und Bundesrat Philipp Etter sowie weiteren Materialien, die in verschiedenen Archiven und bei Privaten vorhanden sind. Ergänzt werden die Recherchen durch Interviews mit Zeitzeugen („oral history“). Phase II steht im Zeichen der vertieften Ausein­andersetzung mit der Zeitgeschichte. Vorgesehen sind Work­shops in Kooperation mit Experten zu folgenden Themen: «Freundschaft und Zusammenarbeit mit Bundesrat Etter» (Thomas Zaugg, Staats­archiv Zug), «Rekatholisierungsbestrebungen in der Schweiz in der Frühen Neuzeit und im 20. Jahr­hundert» (Prof. Dr. Cora Dietl, Universität Giessen), «völkisches/nationalsozialistisches Gedankengut» und „geistige Landes­verteidigung“ (Prof. Dr. Siegfried Weichlein, Universität Fribourg) sowie «Katholizismus und Antisemitismus in der Schweiz» (Prof. Dr. Markus Ries, Universität Luzern). In Phase III wird kontinuierlich an der Monografie geschrieben und spezifische Aspekte in Work­shops vertieft: «Die Rolle der Musik bei Eberles Aufführungen» (Dr. Bernhard Hangartner, Universität Zürich), «Ideologische Pa­rallelen zwischen Eberle und Gründern deutscher (Carl Niessen) und österreichischer (Joseph Gregor) Theater­sammlungen» (Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer, Universität Bern). In Phase IV werden die Forschungsergebnisse im Rahmen einer Tagung mit allen Kooperationspartnern zur Diskussion gestellt. Die Rückmeldungen der verschiedenen Fachvertreter fliessen in die Schlussredaktion der Monografie ein.

Der wesentlichste Erkenntnisgewinn der Studie liegt in der diskursiven Verschränkung der verschiedenen Tätigkeitsfelder und Netzwerke, in denen Eberle aktiv war. Sowohl in theaterpraktischer wie auch theatertheoretischer und institutionengeschichtlicher Hinsicht ist die Monografie von zentraler Bedeutung für die Schweizer Theatergeschichte der 1920er- bis 1950er-Jahre.

Inszenierungen von Heiligkeit im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzungen

Schweizerische Heiligen- und Märtyrerspiele des 16. und frühen 17. Jahrhunderts

Leitung: Prof. Dr. Cora Dietl, Universität Giessen
Schweizer Projektpartnerin: PD Dr. Heidy Greco-Kaufmann
Unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Laufzeit 2017-2020

Vorbemerkung

Das Projekt stellt eine Fortsetzung einer längeren Forschungszusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Cora Dietl und PD Dr. Heidy Greco-Kaufmann dar. Ursprünglich geplant war ein bilaterales Forschungsprojekt zu Heiligenspielen in Deutschland und der Schweiz. Aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten konnte das im Jahr 2013 konzipierte Schweizer Projekt „Inszenierung der Heiligen. Volkssprachliche Heiligen- und Märtyrerspiele im Zeitalter der Konfessionalisierung und ihre Rezeption im 20. Jahrhundert“ nicht in der geplanten Form in Angriff genommen werden. Realisiert wurde seitens der Schweiz die kommentierte Herausgabe des ältesten deutschsprachigen Bruderklausenspiels (Heidy Greco-Kaufmann/Elke Huwiler (Hg.): Das Sarner Bruderklausenspiel von Johann Zurflüe (1601), Chronos, Zürich 2017).

In gegenseitiger Übereinkunft flossen die bereits erhobenen Daten zu den Schweizer Spielen des 16./17. Jahrhunderts in das Nachfolgeprojekt von Prof. Dr. Dietl ein – die Rezeption des Heiligenspiels wird u.a. im (vom SNF bewilligten) Forschungsprojekt zu Oskar Eberle (Laufzeit 2018 – 2021) thematisiert. Das ab 2017 von der DFG finanzierte Projekt „Inszenierungen von Heiligkeit im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzungen. Schweizerische Heiligen- und Märtyrerspiele des 16. und frühen 17. Jahrhunderts“ wird unter Schweizer Beteiligung durchgeführt: Dr. Elke Huwiler wirkt als Projektmitarbeiterin, PD Dr. Heidy Greco-Kaufmann steht den Projektmitarbeitenden hinsichtlich paläographischer und kontextueller Fragen beratend zur Seite und steuert einen Beitrag zur Monographie bei.

Projektbeschreibung

„Schweizerische Heiligenspiele der Reformationszeit“ erscheinen auf den ersten Blick als ein Ding der Unmöglichkeit. Unter dem Einfluss der vehementen Ablehnung des Heiligenkults durch Zwingli und Oekolampad war in den reformierten Regionen der Schweiz nicht an Heiligenspiele zu denken. Umso gewichtiger ist die identitätssichernde Funktion des Heiligenspiels in den katholisch gebliebenen Regionen der Schweiz. Das Projekt, das sich als eine Fortsetzung des Projekts „Inszenierungen von Heiligkeit im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzungen. Protestantische und katholische Märtyrerdramen des 16. und frühen 17. Jahrhunderts“ versteht, stellt das schweizerische Drama als eine deutlich stärker polarisierte Form des provokanten interkonfessionellen Dialogs neben die in den ersten drei Jahren der Projektlaufzeit untersuchten deutschen Spiele desselben Untersuchungszeitraums (ca. 1520-1620). Während das Märtyrerdrama im Heiligen Römischen Reich ein beliebtes Genre lutherisch-protestantischer Schulaufführungen war, das ein spezifisch protestantisches Verständnis von „Heiligkeit“ und „Märtyrertum“ kommunizierte und dazu die persuasive Kraft des Theaters nutzte, wird dem schweizerischen Heiligen- und Märtyrerspiel des 16. Jahrhunderts ein extremer Konservatismus vorgeworfen, was mit der Grund dafür ist, weshalb diese Texte in der Forschung kaum beachtet werden, obwohl manche von ihnen in neueren Editionen vorliegen. Ob die schweizerischen Spiele tatsächlich als (ostentativ) konservative und mittelalterliche Elemente der Spiele noch übersteigende Formen des Theaters gelten können und inwiefern sie damit einen wirkungsvollen Beitrag im interkonfessionellen Streit darstellen, ist eine der Kernfragen des Projekts. Der vergleichende Blick zwischen Deutschland und der Schweiz vermag umso besser die Frage nach der performativen Kraft des Massenmediums Theater zu beantworten, ebenso wie die Frage nach den Möglichkeiten einer Funktionalisierung und Instrumentalisierung dieses Mediums für religiöse und politische Zwecke. Neben literatur- und kulturwissenschaftlichen Analysekategorien wie Form, Rhetorik, Performanz, Raumregie, Akustik und Ästhetik werden auch die historischen, kulturellen und theologischen Kontexte der Spiele berücksichtigt. Zentral ist für die Analyse der Spiele und ihrer Aufführungen die Frage nach dem Begriff von „Heiligkeit“, der epochenübergreifend einerseits Gegenstand, andererseits Werkzeug interkonfessioneller und interreligiöser Auseinandersetzungen ist und ein Phänomen beschreibt, das Literatur und Kunst je unterschiedlich konstruieren können. Das Projekt zielt auf drei Editionen schwer zugänglicher, handschriftlich tradierter Dramen, die diese Texte erstmals erschließen, sowie auf eine Monographie, welche die schweizerischen Heiligen- und Märtyrerspiele umfassend beschreibt, im Vergleich mit den deutschen katholischen und protestantischen Märtyrerdramen.

Veranstaltungen

Vergangene Projekte:

Tanzspuren

Eine Oral History der Schweizer Tanzgeschichte

Tanz ist eine flüchtige Kunstform – sie zu dokumentieren stellt also einige Schwierigkeiten. Gerade in der Schweiz ist die Quellenlage lückenhaft und die Tanzgeschichte entsprechend mit Leerstellen versehen. Neueren Ansätzen der Archivpraxis entsprechend sieht SAPA seine Aufgabe auch in der aktiven Bildung von Archivmaterial und hat daher 2012 ein Oral-History-Projekt lanciert: Zwischen 2012 und 2016 führte das Projektteam Interviews mit zehn in der Schweiz ansässigen Tanzschaffenden durch.

Diese bereits betagten Choreograf/innen, Tänzer/innen, Pädagoginnen und Pädagogen hatten die tanzhistorisch bedeutsame Zeit der 1960er bis 1980er Jahre miterlebt und die Schweizer Tanzszene selber massgeblich geprägt: Monique Bosshard (*1941), Jean Deroc (1925-2015), Marianne Forster (1943-2014), Peter Heubi (*1943), Ulla Kasics (*1926), Noemi Lapzeson (1940-2018), Fritz Lüdin (*1941), Fumi Matsuda (*1943), Annemarie Parekh (*1941), Evelyn Rigotti (*1938). Sie erzählen von ihren Netzwerken, Ausbildungs- und Aufführungsmöglichkeiten sowie von ihren Lebensverhältnissen als Tanzschaffende.

Die Porträts veranschaulichen und verlebendigen so die Fülle unterschiedlicher Karrieren und Lebensläufe im Tanz und lassen über die vielfach unerwarteten Berührungspunkte Zusammenhänge sichtbar werden. Durch die Videoaufzeichnungen der Interviews wird auch eine Grundlage für die wissenschaftliche Auswertung geschaffen.

Das Pilotprojekt wurde 2012 vom Bundesamt für Kultur BAK ausgezeichnet und konnte dank der finanziellen Unterstützung des BAKs, der Loterie Romande und der Stanley Thomas Johnson Stiftung realisiert werden.

Das Oral-History-Projekt des Schweizer Tanzarchivs ist Teil des Netzwerks Oralhistory.

Basierend auf den Interviews des Pilotprojektes hat SAPA die zehn Lebensgeschichten der Tanzschaffenden zu einem einstündigen berührenden filmischen Porträt verwoben. Nach dem grossen Erfolg der Premiere im Rahmen des Tanzfestivals Winterthur 2015 konnte die erste Videoproduktion SAPA bereits an vielen weiteren Veranstaltungen gezeigt werden. SAPA bietet weiterhin kommentierte Vorführungen an.

Zwischen 2008 und 2016 haben die beiden Stiftungen, aus denen SAPA hervorgegangen ist, gemeinsam mit dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz Memoriav mehrere Projekte zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes (Film, Video, Foto, Ton) durchgeführt:

Inventarisierung von Unikaten aus dem Schweizerischen Cabaret-, Chanson- und Pantomimen-Archiv 2014-2016

Memoriav unterstützt die lnventarisierung von Unikaten auf Tonbandkassetten aus dem Schweizerischen Cabaret-, Chanson- und Pantomimen-Archiv. Die Arbeiten erlauben auch einen Abgleich mit bestehenden und archivierten Radioaufnahmen. Das Inventar wird im Hinblick auf die geplante Digitalisierung und künftige Langzeitsicherung der Unikate durch die Schweizerische Theatersammlung erstellt. Die Liste basiert auf der bereits bestehenden Vorkatalogisierung der Schweizerischen Theatersammlung und wird durch Recherchen in den Radiostudios ergänzt.

Erhaltung des Fotobestands Sigurd Leeder 2013-2016

Sigurd Leeder (1902—1981) gehört zu den Mitbegründern des Ausdruckstanzes und gilt als Leitfigur des deutschen Tanzes. Der Tänzer, Choreograph und Ballettmeister gründet 1947 seine eigene Schule in London. Von 1959 bis 1964 unterrichtet er an der Universität von Santiago de Chile. Im Jahr 1965 kehrt er nach Europa zurück und verlegt die «Sigurd Leeder School of Dance», die er bis zu seinem Tod leitet, nach Herisau, wo er mit der Schweizer Pädagogin Grete Müller zusammenarbeitet.

Die Sammlung Leeder beinhaltet zahlreiche schriftliche Dokumente, Reflexionen über Tanz und seine Schule, eine reiche Korrespondenz sowie audiovisuelle Aufnahmen und Bildmaterial. Die rund 4000 Abzüge auf Papier, 200 Rollen Negative und 100 Negative auf Glasplatten, die zwischen 1920 und 1980 aufgenommen wurden, zeugen von der Kunst der Choreographie des 20. Jahrhunderts: Choreographien getanzt von Sigurd Leeder und Kurt Jooss, von Leeder entworfene und seinen Schülern getanzte Choreographien, Kurse an verschiedenen Schulen, Konferenzen, Tourneen, Praktika und Reisen in Europa und Amerika, Forschungen zur Bewegungsnotation, Porträts von Tänzern, Selbstporträts, private Fotografien, etc.

Videoaufzeichnungen «Die Welschen Pioniere» 2010-2016

Für eine Ausstellung über den zeitgenössischen Tanz in der Romandie, die im Jahr 2008 in Lausanne stattfand, hatte die Association Vaudoise de Danse Contemporaine AVDC ca. 250 Videobänder verschiedenster Formate gesammelt. Die Aufzeichnungen dokumentieren das Schaffen von den 1970er bis in die 1990er-Jahre ausgewählter Kompanien, Choreografen und ChoreografInnen, die heute nicht mehr aktiv sind und von welchen SAPA keine Original-Bänder besitzt:

Mit Unterstützung von Memoriav erhält das Schweizer Tanzarchiv die Bestände, macht diese zugänglich und bewahrt damit das Tanzschaffen der Romandie von den 1970er bis in die 1990er-Jahre.

Videoaufzeichnungen Berner Tanztage 2010-2013

Die Berner Tanztage wurden 1987 erstmals durchgeführt. Praktisch seit Beginn wurden die Vorstellungen des internationalen Tanzfestivals sowie weiterer Projekte des Vereins Berner Tanztage von den Veranstaltern auf Video aufgezeichnet. In den 20 Jahren des Bestehens sind sowohl viele der wichtigen Schweizer Tanzkompanien als auch namhafte internationale Kompanien des zeitgenössischen Tanzes in Bern aufgetreten. Insgesamt entstanden so rund 300 Aufnahmen, von denen ca. 200 gesichert werden sollen.

Ziel der Rettung dieses Bestands ist die langfristige Sicherung der filmischen Hinterlassenschaft eines Tanzveranstalters. Der Bestand wird auf DVCam-Bänder überspielt; zusätzlich werden ein hoch aufgelöstes File für die Archivierung und ein niedrig aufgelöstes für die Benutzung hergestellt.

Notrettung von Videoaufzeichnungen des Schweizer Tanzschaffens 2008

Das Projekt ermöglichte Notmassnahmen zur Erhaltung bedeutender Videoaufzeichnungen des Schweizer Tanzschaffens. 152 Werke von sieben Kompanien wurden überspielt und archiviert. Videoaufzeichnungen des Schweizer Tanzschaffens (Seefeld Tanzprojekt, Cathy Sharp Dance Ensemble, Claude Perrottet, Belinda Wright und Jelko Yuresha, Compagnie 100% Acrylique, Vertical Danse / Noemi Lapzeson, Zoo / Thomas Hauert).

Alle im Rahmen dieser Projekte erhaltenen und erschlossenen Dokumente sind dank Memobase, der Online-Datenbank von Memoriav, frei zugänglich:

Publikationen

Die Stiftung SAPA verfasst verschiedene Artikel und Dokumente, Kataloge zu ihren Ausstellungen und gibt projektbezogene DVDs heraus. Diese sind vor Ort in Lausanne und Zürich oder auf Bestellung per E-Mail oder Telefon erhältlich.